33 kleine Übungen gegen Angst -

                   für Hoffnung, Liebe und Mut

 

   ein Corona - bzw. ein Krönungsprojekt

 

 

 

Diese Übungen entstanden zwischen Sommer und Herbst 2020.

Im März 2021 weden sie in leicht überarbeiteter und ergänzter Form

im FUTURUM-Verlag mit Zeichnungen, sowie einem Vor-und Nachwort

erscheinen unter dem Titel:

"Mut und Hoffnung für jeden Tag. Eurythmische Übungen gegen Angst"

Inhaltsverzeichnis hier.

© 2020 Sivan Karnieli

Übung 1

Übung zur Stärkung des Ätherischen: Liebe – E:

Fülle dich mit dem Liebe-Äther der Welt!

 

Ich kenne keine bessere Übung gegen Angst, als Liebe-E. Sie stärkt das Ätherische und füllt den Leib sozusagen mit Äther, so dass das Ich sich mit dem Leib verbindet.

 

Um diese Übung zu machen, stell dich so hin, dass du dich zwar zunächst mit geschlossenen Beinen gut in deinem Eigensein und in der aufgerichteten Wirbelsäule erlebst, dann aber das Gewicht minimal nach vorne verlagerst, so dass du gefühlte Verbindung zwischen dem Stirnpunkt und den Ballen der Füsse herstellen kannst.  In dieser Säule richte dich dann sozusagen durch das Herz auf. Diese Aufrichte ist mit der Kraft des Lautes I verbunden. Doch statt dass du dann in die Gebärde des I gehst, lässt du den Strom, der durch deine Mitte fliesst, in eine grosse O-Gebärde hineinströmen, die du seitlich mit den Händen ansetzt und die (weit) offen bleibt nach vorne. Es ist wesentlich, dass du die runde Form des O in der Bewegung erlebst, wodurch deine Gestalt gleichsam wie nach vorne gezogen wird. Diesem Zug gebe jedoch nicht nach, sondern fühle immer das I wie eine Lichtsäule, die auch in die Beine strömt! Die Präsenz deines Wesens wird sozusagen in deine Gestalt eingeschrieben.

Befestige diese Kraft nun mit einem E. Hierfür verlagere das Gewicht ganz leicht wieder zurück und kreuze deine Armen vor deiner Mitte, so dass die Unterarme sich physisch berühren. Erlebe diese Berührung, d.h. geh ganz hinein mit deiner Empfindung an diesen Ort des Berührens.

Dann löse die Arme, bevor du erneut in ein Liebegebärde, wie die erste Gebärde heisst, gehst. Du kannst das mehrere Male hintereinander machen. Fülle dich mit dem Liebe-Äther der Welt!

(Zeichnungen im Buch MUT UND HOFFNUNG FÜR JEDEN TAG)

Übung 2

Fussübung Ja-Nein: Selbstermächtigung

Dies ist eine Übung, die das Imunsystem stärkt, die den Atem vertieft, weil sie uns in den Leib hineinzieht. Aber zugleich schenkt sie ein unglaubliches Gefühl von Freiheit. Vielleicht gehören die beiden Dinge ja zusammen! Eurythmisch wird Ja und Nein mit den Beinen/Füßen gesprochen, denn Ja und Nein zu sagen, ist eine Tat. Ausgangsposition ist das Stehen mit geschlossenen Füßen.

- Beschreibe im Ja mit dem linken Bein, seitlich ansetzend, einen Halbbogen nach vorne, so daß du das Gewicht am Ende zur Hälfte auch auf diesen Fuß verlagerst – das heißt, daß du kurz im Gleichgewicht auf beiden Füssen stehst, um dann sogleich den Fuß auf direktem (graden) Weg in die Ausgangsstellung zurück zu ziehen.

- Im Nein beschreibst du mit dem rechten Fuß einen Halbbogen nach hinten, am Ende des Bogens wiederum das Gewicht kurz auf beide Füße verlagernd. Dann wird auch dieser Fuß auf direktem Weg in die Ausgangsposition zurückgezogen.

- Mache beide Bewegungen immer abwechselnd, wobei du langsam beginnen kannst, dann aber das Tempo steigerst. Dabei ist darauf zu achten, daß die Fußbewegung dem Boden entlang führt (ohne ihn direkt zu berühren), daß der Oberkörper möglichst ruhig bleibt, so daß ein Gefühl entsteht, man würde auf der Bewegung der Beine reiten. Der Blick ist gerade aus gerichtet und frei! Und schließlich ist es gut, dabei ganz locker zu bleiben - es ist ein wenig so, wie wenn man in Wärme, in Wasser, in Wille "Ja" und "Nein" mit Freude hinein plastizierst, selbst wenn die Bewegung schneller wird.

- Ende mit Ja.

(Zeichnungen im Buch MUT UND HOFFNUNG FÜR JEDEN TAG)

Übung 5

Schritt-Bewegungs-Übung M: Zu sich kommen

Diese Übung hilft, sich zu harmonisieren, sich liebevoll mit sich zu verbinden. Sie schafft Innenraum und gleichzeitig Wärme. Schon das Aussprechen von M tut gut. Hineingehen in dieses leichte Vibrieren zwischen den Lippen, dieses leichte Drücken, dieses «Schmecken» und Abtasten in der Empfindung ...

In der Bewegung kann man das verstärken.

​Das M in der Gebärde tastet auch, und zwar so, dass die Hände einander entgegenkommen – die Handflächen schauen sich an, aber die Finger tasten voraus. Bilde also einen Raum zwischen deinen Händen und durchtaste, durchwärme diesen. Die Arme folgen der Bewegung, jeder Arm bleibt aber auf seiner Seite, es kommt zu keiner physischen Berührung, nur das Ätherische verdichtet sich. Ob du das zwischen vorne und hinten, oder zwischen oben und unten macht, spielt eigentlich keine Rolle, wenn auch die Qualität unterschiedlich ist. Hier eignet sich das M zwischen vorne und hinten jedoch besser.

Der Strom der Bewegung ist nicht leicht und mühelos, sondern wie gegen leichten Widerstand – was sich in der Gebärde als Richtung und Gegenrichtung ausdrückt. Bist du hinein gedrungen, hast du die Mitte, das Maß gefunden, kommt die Bewegung zur Ruhe und hält sich einen Moment in der Form, die nun gleichsam einen Raum gebildet hat. Der Oberkörper bewegt sich auf natürliche Weise mit, ganz zart und leise und vielleicht kaum sichtbar, doch die Empfindung führt ihn hinein in den Strom des M. Es ist im Ankommen der Bewegung wie ein Hineinlauschen, ein tiefes Wahrnehmen des entstandenen Raumes.
Nun kommt Beinbewegung hinzu, wie natürlich aus diesem Hineingehen: Wenn du mit den Füßen hintereinander stehst, sogar leicht gekreuzt, so dass, wenn du in die Knie gehst, das hintere Knie sich in die Kehle des vorderen hinein legen kann, kannst du mit einer M-Gebärde (oben) tatsächlich auch nach unten in die Knie hinein «gleiten», hinein drücken oder sie eben zusammenschieben. Hier kommt es nun zu der physischen Berührung. Wenn du nicht mehr weiter kannst, halte oben die Gebärde, spüre einen Moment den Druck, die Muskelspannung und die Beugung. Dann lasse alles (sachte) los, richte dich auf und gehe in einen neuen offenen Schritt für ein neues M.

(Zeichnungen im Buch MUT UND HOFFNUNG FÜR JEDEN TAG)

Übung 6

Schutzengel-Übung I

 

Wenn du Hülle brauchst, wenn alles zu viel wird und du deine Grenzen nicht mehr gut spürst, kannst du mit dieser Übung einen ätherischen Mantel bilden. Sie kann aber auch helfen, alles in dir zu umarmen: Das hilflose Kind, Ängste, Einsamkeit oder Wut.

Stehe frei, entspannt im Raum. Spüre zunächst in deinen Hinterraum. Greife mit deinen Händen dann weit in diesen hinein, evtl. auch über unten hinten – so wie du besser in die Wahrnehmung des Lichtraumes hinter dir kommen kannst – und bilde über deine weit ausgebreiteten Arme nach vorne kommend und in diesem Strom einen Schritt mitbewegend, eine Hülle, ein B. Umarme gleichsam dich selbst in dieser Gebärde, spüre die weiten Flügel, die dir Schutz geben und in denen du geborgen bist. Die Gebärde braucht nicht so eng zu sein, bis du dich physisch berührst, sondern kann so weit bleiben, wie du spürst: Das ist meine Hülle, das ist mein Eigenraum. Die Form der B-Gebärde lässt vorne innen Raum und erzeugt, wenn die Hülle gebildet ist, eine leichte Muskelspannung in den Armen. Bei dieser B-Übung kannst du dich einerseits auf diese Muskelspannung konzentrieren, um eine stärkere Grenze zu bilden. Wenn du jedoch den Aspekt der Hülle mehr betonen möchtest, konzentriere dich stärker auf das Gefühl der Außenseite der Arme und des Rückens, bzw. auf den Außen- und Hinterraum, wie wenn du selbst der- oder diejenige bist, der umarmt wird und gleichzeitig der- oder diejenige, die dich umarmt. Dies ist dein Engel-B. Wenn du das gut spürst, lass es einen Moment geschehen, bevor du die Gebärde sachte löst, ohne die Präsenz der Engelkraft zu verlieren.

Die Gebärde und den Schritt darin kannst du einige Male wiederholen.

(Zeichnungen im Buch MUT UND HOFFNUNG FÜR JEDEN TAG)

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Übung 7

Schutzengel-Übung II

Diese zweite «Schutzengel-Übung» richtet den Fokus mehr auf die Lichtstruktur und auf Klarheit. Stehe auch in dieser frei und entspannt im Raum. Spüre auch hier zunächst in deinen Hinterraum. Greife mit deinen Händen dann weit seitlich nach unten hinten und strecke die Arme und deinen Rücken dabei, so dass du spüren kannst, wie sich deine Flügel bis zum Schulterblatt öffnen. Die Bewegung, die damit beginnt, dass nämlich die Arme sich heben – die ergreife dann von innen und führe sie – immer mit dem Gefühl der Flügel – weiter hinauf über deinen Kopf, wie wenn du da in eine Kreuzung (ein E) kommen möchtest ... Halte aber die endgültige Kreuzung (Berührung) noch zurück und führe dann deine Flügel-Arme vor deiner Gestalt herunter und da dann tatsächlich in die Berührung (ca. auf Höhe der Ellbogen und ungefähr vor deinem Solarplexus), so dass du wie ein Lichtschild oder Lichtschwert vor dir geschaffen hast. Aber in diesem Lichtschild lebt noch immer die Kraft der Engelsflügel; erlebe sie – gleichzeitig wie vorne die Kraft in den Armen – lichtvoll nach hinten von deinen Schulterblättern ausgehend.

Dann löse die Arme und die Licht-Spannung in deiner Gestalt. Du kannst mehrere Male und immer wieder neu in diese Bewegung hineingehen.

(Zeichnungen im Buch MUT UND HOFFNUNG FÜR JEDEN TAG)

Übung 9

Atmen in Bewegung: Rhythmisches R

Das R ist der Beweger-Laut, der Luft-Laut. Er gibt dem Menschen Luft zum Atmen, Freiheitsluft, er verbindet die innere und die äußere Welt, er belebt, bewegt und erfrischt. In dieser spezifischen R-Übung wird das Zwerchfell gelockert und die Atmung kann sich vertiefen!

Beginne locker aufrecht stehend mit angezogenen Unterarmen und zwar so, daß die Handflächen neben deinen Schultern, aber etwa auf Höhe des Kinnes, nach vorne gerichtet sind. Die Arme sollten sich leicht anfühlen dabei. Dann stelle dir vor, wie wehende Luft kommt und deine Arme hochzieht, und gleichzeitig beugst du dich, so dass die Arme wie in eine „Einwicklung“ kommen. Sie "fliegen" dabei in gewissermassen "rund" über oben – nach vorne – nach unten, bis am Ende die Hände im Raum unter dem Oberarm zur Ruhe kommen. Der Kopf geht mit der Bewegung mit und beugt auch.

Dann schwinge mit dem Oberkörper zurück, lass die Arme wieder hinausfliegen und entlasse mit der Luft dich selbst ein wenig in den Hinterraum, d.h. die Bewegung geht über die Aufrechte hinaus nach hinten und die Arme werden wieder leicht angezogen, die Hände sind jetzt aber über und leicht hinter dem Kopf! Alles ist leicht und luftig. Dann wieder beugen - dann wieder hochschwingen - dann wieder beugen - dann wieder hochschwingen... Ein atmender Rhythmus entsteht. Bewegung - neuer Impuls - Bewegung - neuer Impuls...

(Zeichnungen im Buch MUT UND HOFFNUNG FÜR JEDEN TAG)

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Übung 13

Übung für eurythmisches Lösen: A-H – Werde gesund!

Auch diese Übung beginnt mit einem A. Richte dich auf (die Beine sind geschlossen parallel) und verlagere das Gewicht der Säule so nach hinten, dass du deine Fersen spürst. Geh dann hinein in die Gebärde, wie wenn du von deiner Mitte in den Winkel nach oben hinein gleitest und eine leichte Muskelspannung in diesem Winkel erlebst. Löse dann die Arme mit einem kleinen Impuls in den Oberarmen und den Schulterblättern, während du das Gewicht in der Gestalt in die Mitte zwischen vorne und hinten verlagerst. Lass die Arme wie weiße, flauschige Federn in der Luft herunter «strömen» ... doch greife dann von innen wieder neu: A, diesmal ein wenig weiter unten (nach vorne); dann wieder Impuls, lösen ... wieder A, und wieder ein wenig weiter unten ... Das letzte A ist ganz unten, jedoch immer noch vor der Gestalt (nicht seitlich oder nach hinten).

Man nennt diese Übung auch A-Verehrung. Sie befreit die Lebenskräfte so, dass sie gesundend wirkt.

 

Die Übungen A-H (A-Verehrung), Liebe-E und Hoffnung-U können als seelische «Erkräftiger» für Glaube, Liebe und Hoffnung erlebt werden.

(Zeichnungen im Buch MUT UND HOFFNUNG FÜR JEDEN TAG)

 

Übung 14

Übung zur Verstärkung und Festigung der eigenen Lichtkraft: schaffe Raum in dir!

Es gibt diesen wunderbaren Laut G; wenn du ihn aussprichst, kannst du weit hinten in deinem Gaumen empfinden, wie er sozusagen die "Gaumenwände" auseinanderschiebt und dann mit dem "e", das folgt, der Luftstrom hindurchströmt. So kannst du mit der Gebärde des G die Wände der Angst, die Wände dessen, was dich von aussen oder innen klein und eng halten möchte, was dich bedrängt oder auch seelisch bedrückt, wegschieben. Aber es ist sozusagen wie gewaltfreier Widerstand! Denn im G wächst die innere Leuchtekraft; diese schiebt die eigenen Grenzen nach aussen, so dass der Innenraum weiter wird.

Die Arme und Hände sind nach aussen gewendet und vor dem Körper locker zusammengezogen. Gleichzeitig fühle in dein Herz und lasse die Sonne darin leuchten, indem du dich innerlich - und dann auch äusserlich - aufrichtest. Dadurch wird bereits alles weiter: die Schulterblätter öffnen sich, die Unterarme gehen auseinander, der Brustkorb wird heller... Dieser Bewegung folge nun auch aktiv, insbesondere in den Oberarmen, wie wenn du dir Raum schaffst in der Welt. Du kannst die Arme asymetrisch bewegen; einer geht mehr nach unten, einer mehr nach oben - und du stehst in der Mitte; die Hände und Unterarme bleiben nach aussen gewandt; die Bewegung endet, wenn du ganz aufgerichtet bist.

Fühle Zeit in dieser Bewegung. Zeit leuchtet! Zeit strömt, Zeit selbst schafft Raum!

Wenn du den Lichtraum geschafffen hast, die "Wände" weggeschoben und dich in diesem Raum als deinem Wesensraum fühlst, löse die Arme, ohne dass es wieder dunkel oder eng wird. Alles, was wir geistig-ätherisch schaffen, bleibt ebenso, wie der Stuhl an dem Platz bleibt, an den ich ihn geschoben habe. (Deshalb ist Angst, die auch auf das Lebendige wirkt, ungesund.) Wenn du das Bild, das durch die G-Bewegung entsteht, intensiv imaginierst, fühlst und nachklingen lässt, verstärkt sich die Wirkung.

Du kannst dich mehrere Male hintereinander in den Raum des G hineinstellen.

(Zeichnungen im Buch MUT UND HOFFNUNG FÜR JEDEN TAG)

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Übung 16

Lemniskatenübung: Ich im Gleichgewicht

Eine Lemniskate ist eine bewegte 8-Form. Sie symbolisiert die Unendlichkeit, die vollkommene Harmonie. Diese Form hat eine Mitte, in der sich zwei Ströme kreuzen und die beiden Räume, die durch diese Ströme entstehen, ineinander übergehen. Wenn du diese Form an deiner Gestalt und durch sie erleben möchtest, liegt die Mitte dieser Form immer in deiner eigenen Mitte, deinem Herzraum. Die Lemniskate kann dabei aber ganz verschieden «liegen»: Sie kann rechts und links miteinander ins Gleichgewicht bringen, wie in dieser Übung, sie kann vorne und hinten miteinander verbinden (wie in Übung 17), oder sie kann aufrecht stehen und den Himmelsraum und den Erdenraum durch das Herz zusammenklingen lassen (Übung 18).

In dieser Übung hier kannst du vor deiner Mitte, dem Raum des Ätherherzens, mit deinen beiden Händen gleichsam eine imaginierte goldene Kugel halten. Die eine Hand hält von unten, die andere von oben. Nun bewege mit der unteren Hand (ich nehme hier die rechte, aber es kann auch die andere sein), in der sozusagen diese «Kugel» liegt, dieselbe nach rechts unten in diese horizontal liegende Lemniskate, deren Größe durch deine Arme bestimmt ist, hinein, und komme von oben zur Mitte zurück. Bewege mit Zeit und erlebe die eine Polarität der ganzen Form, indem du dich dieser Seite ein wenig hingibst. In der gleichen Zeit hat sich die linke Hand gewendet und ist vor der Mitte zur Schale geworden, in die du die «Kugel» nun übergeben kannst. Sei achtsam in der Übergabe; es ist ein Geschehen des Innehaltens im Fluss der Lemniskatenbewegung. Dann gehst du nach links in die Lemniskate hinein und kommst wieder zur Mitte zurück, während sich die rechte Hand in dieser Zeit gewendet hat ...

In dieser atmenden Pendelbewegung finde dein Gleichgewicht, finde deine Mitte, erlebe die Dreiheit von zwei Polaritäten im Ausgleich. Es gibt keine Mitte, die statisch einfach vorhanden ist – die Mitte wird immer gebildet. Darin lebt dein Ich.

Diese Übung kann auch im Sitzen ausgeführt werden.

Übung 20

Übe Herzenskommunikation! Die Herzensbotschaft der fünf Vokale

Du kannst die Vokale mit den Armgebärden üben, um sie schliesslich ohne äussere Gebärde als Räume deines Ätherherzens zur "Verfügung" zu haben. Die fünf Vokale werden dann zu Wahrnehmungsorganen einerseits und bilden andererseits das Ätherherz so, dass es Resonanzräume erzeugen kann und dadurch - je nach Vokal - Qualitäten im Zwischenmenschlichen erst bildet. Das hat auch viel mit der Fähigkeit des Erkennens und der Heilung von Situationen zu tun.

A ist reine Offenheit gegenüber der Welt und zugleich Verbundenheit mit dem Wahrheitsraum überhaupt. Daraus ist die Fähigkeit und Kraft (!) zu staunen, möglich. Staunen ist der Anfang und das Ende jeder Erkenntnis. Im A kannst du dich immer wieder an deine eigene göttliche Wahrheit anbinden und schaffst Raum, dass Wahrheit sich zeigen kann.

E verbindet einerseits verschiedene Standpunkte und grenzt sie andererseits voneinander ab. Das E kann dir helfen, Dinge zu klären und ganz bei dir zu bleiben, dich abzugrenzen, damit möglicherweise aufsteigende Emotionen sich nicht ins Feld mischen und die Sicht beeinträchtigen. "Bleibe bei dir!" kann eine Botschaft sein.

Im I entsteht Einklang und Friede - zunächst mit dir selbst, dies ausstrahlend jedoch auch in deinem Umfeld. Wenn du dich mit der Kraft des I verbindest, wird Neues möglich. Der Raum der Wunder ist dann geöffnet. Die Zukunft ist nun eingeladen und aus der Zukunft möchte alles immer neu werden. die Botschaft des I kann sein: "Lass dich überraschen!". Nach innen jedoch ist die Botschaft: "Gehe in deine Herzenergie".

Die Kraft des O schafft Liebe, Mitgefühl und Verständnis. Offene Wunden können geheilt werden. Erlebe im O deine eigene Fähigkeit, deinen momentanen Standpunkt zu überwinden und dich dem hinzugeben, was ein anderer fühlt. Aber ebenso, was du selbst vielleicht auch noch fühlst: Verborgenes, Abgespaltenes oder Vergessenes, im Guten wie im Schmerzenden. Die Botschaft des O könnte sein: "Lass Heilung geschehen."

Im U hast du die Möglichkeit, dich zu beruhigen und deinen inneren Stand zu finden. Das Zauberwort des U ist "Ruhe". "Bleibe in der Ruhe!" Die Ätherform des U hilf dir dabei.

Übung 26

Halleluja-Übung: Erhöhe deine Frequenz und hebe die Erde ins Licht

Halleluja kann in vielen verschiedenen Arten gemacht und der Fokus kann immer wieder anders gewichten werden. Hier habe ich den Fokus der Frequenzerhöhung und der Erhöhung der Erde in den ätherischen Lichtraum gewählt. Für die Bewegungsanleitung siehe hier, bzw. in meinen Büchern «Herzkräfte stärken durch Eurythmie» und «Wer sich bewegt…»

 

Öffne im H den Raum; spüre, wie weit, wie offen das Leben in Wahrheit ist. Lass alle Dunkelheit, alles Feste (der Gedanken, der Gefühle und der Gewohnheiten) los. Es gibt Zeit…; es gibt viel mehr, als wir mit unserem kleinen Verstand denken können…

Lass dich beschenken davon, lass das A daraus werden.

Fühle dann mit dem A in den Raum hinein. Noch stehst du vor ihm, staunend, bis ins Herz hinein offen.

Aus ihm erwacht der Wunsch zu wachsen. Sieben L’s folgen daraus. Wenn du zum ersten L übergehst, fühle den Lichtraum des H-A, d.h. bleibe in deinem Herzen diesem Raum verbunden und sinke zugleich mit deinen Armen in die Schwere, um diese »Dichte«, die mit der Schwere verbunden ist, in den Lichtraum zu heben. Mit jedem L verändert sich die Sphäre. Beginne in der Tiefe – doch jedes L geht durch das Herz, wie durch ein Tor, hindurch. Jedes L durchlichtet die Erde, hebt sie ins Licht. Du stehst mitten darin. Auch du wirst lichter, wirst lebendiger. (Erlebe die Bewegung, mache die L’s nicht zu langsam.)

 

Das E, das nun folgt, kommt von da, dass eine Berührung stattfindet mit dem Göttlichen, mit dem eigenen Selbst, mit dem Engel – nenne es, wie du möchtest. Und halte dich aufrecht darin. Finde dich neu und schaffe zugleich einen Fokus für die durch dich durchlichtete Sphäre.

 

Aus dem »Lichtpunkt« dieses Fokus folgen nun drei große L’s. Sie sind wie ein Schöpferisch-Werden in dem neuen Raum, der durch das E leuchtet.

 

Nun folgt das U mit viel Zeit in der Bewegung von unten nach oben - die ganze Sphäre, die ganze Frequenz wird gehoben. Empfinde, wenn du das U greifst, wie die ganze Erde sich erheben möchte, wie die Erde sich danach sehnt, wieder göttlich zu werden. Lasse den Strom des U auch ganz durch deine Gestalt hindurch nach oben strömen.

Wie ein offener Kelch, der seiner Befruchtung aus dem Geistigen entgegengeht, kann das U im Zusammenhang mit dem J erlebt werden. Denn das J ist wie eine erhabene, leuchtende Antwort aus der Quelle: du bist göttlich. Das J kommt dir von der anderen Seite des U und des E,  wo es bereits eine Berührung gab, entgegen. Von innen, aber nicht subjektiv. Von innen erklingt das Göttliche als Wesenskraft des Menschen. Lass dieses Göttliche in den Raum leuchten, verbinde dich mit dem lebendigen, göttlichen Wesen der Erde: Ihr seid in Wahrheit eins.

 

Dieses J wird ins A hineingenommen. Im A bist du nun selbst dieser Raum geworden, den du zu Beginn wahrgenommen hast. Du stehst nicht mehr davor. Er ist Wirklichkeit geworden in und durch dich.

 

Dann endet das Wort Halleluja mit der Umkehrung des Anfangs. H-A wird zu A-H. Das H ist Gnade, Erfüllung.

(Zeichnungen im Buch MUT UND HOFFNUNG FÜR JEDEN TAG)

Übung 27

5-Stern-Übung: den eigenen Körper durchströmen - eine Meditation

 

Der Fünfstern – oder das Pentagramm, wie er auch genannt wird – ist in unsere Gestalt eingeschrieben. Er strömt vom Kopf in den rechten Fuß, vom rechten Fuß zur linken Hand, von der linken Hand durch die Mitte zur rechten Hand, von der rechten Hand zum linken Fuß und vom linken Fuß zum Kopf zurück. Die Mitte wird vom Herzraum beleuchtet.

Das Pentagramm ist ein sehr altes Schutzsymbol, aber zugleich auch eine Kraftquelle, die harmonisiert und uns (wieder) mit dem Lichtquell des Kosmos verbindet.

Zu Beginn stehst du locker aufrecht. Fühle dich zwischen dem Raum des Lichts um dich und der Schwere, der Dichte und Wärme nach unten um deine Beine. Wenn du beginnst, kannst du den Strom mit der rechten Hand begleiten, um den Strom besser wahrzunehmen und zu führen. Dieser Strom ist mit unserer Vorstellungskraft verbunden, die diesen Strom konzentriert.

  • Er beginnt vom Licht im Kopfbereich hinein in die Schwere zum rechten Fuß – dabei stelle diesen Fuß ein bisschen nach rechts.

  • Erlebe von dort, wie du die Schwere hebst und zu deiner Mitte kommst – dies kannst du mit der linken Hand begleiten –, in die du zugleich hineinfühlst und die du auf Herzhöhe locker nach links streckst.

  • Dann wieder mit der rechten Hand den Strom «abholen» und durch das Herz zur rechten Hand führen – nun hast du deine Mitte geweitet und hinein geschrieben zwischen Licht und Schwere. Die rechte Hand bleibt auch auf Herzhöhe locker gestreckt rechts.

  • Nun fühlst du den Strom (ohne Begleitung einer Hand, jedoch mit deiner Vorstellung ihn führend), wie er von rechts in deinen linken Fuß geht – dabei stelle diesen Fuß ein bisschen nach links.

  • Und am Ende verbinde und vollende den Fünfstern aus der Schwere, die bereits durchlichtet und «durchherzt» ist, im Strom zum Kopf hin, den du hineingehoben in den Lichtumkreis erleben kannst.

Nun ist der Fünfstern da und du bist als Mensch in die Welt hinein gestellt mit ihm. Lass es geschehen, wenn du dies fühlst.

Es ist ein Stern – und der Stern leuchtet.

Dann sachte die Arme lösen und die Füße wieder heranziehen.

(Zeichnungen im Buch MUT UND HOFFNUNG FÜR JEDEN TAG)

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Übung 32

Schwellen-Übung: Die Spaltung heilen

(für weitere Aspekte des I schaue in meinem Buch "Herzkräfte stärken...". Dort verbinde ich den Laut in sieben Stufen mit den sieben Ich-Bin-Worten aus dem Johannes-Evangelium.)

Hier noch einmal nur der Laut I: stelle dich aufrecht hin und verlagere dann das Gewicht der Säule deiner Gestalt so weit nach vorne, dass du spüren kannst, wie dein (Äther-)Herz (in der Mitte) sich öffnet, wie da ein Raum aufgeht und du in Licht stehst und Licht bist. Das ist die Corona - der Sonnenkranz - des Menschseins. Du kannst dich immer wieder in dieses I hinein stellen, auch mit der leuchtenden Gebärde der Arme. Zentrum und Umraum sind in vollkommenem Gleichgewicht.

Es ist ein heiliger Laut. Und seine Kraft heilt auch. In ihm erlebe als Realität auf der Erde den Zustand von "ganz sein". Werde gesund und fühle, wie in der Kraft des I die Spaltung überwunden ist. Wir alle tragen sie in uns und erleben sie im Aussen, aber jetzt ist es Zeit, sie zu heilen.

Tanke diese Kraft, damit du sie als Erfahrung in dir trägst und sie in die Welt bringen kannst. Denn "es gibt eine schönere Welt und unser Herz kennt sie" (frei nach Charles Eisenstein).

(Zeichnungen im Buch MUT UND HOFFNUNG FÜR JEDEN TAG)

Übung 33

Jeder Mensch trägt eine Krone

 

Diese Übung schließt unmittelbar an die 32. Übung an. Denn im Kraftraum des I stehend bist du in die Zeit hineingegangen. Zeit gehört zur vierten Dimension und durchdringt die dritte Dimension des physischen Raumes. Gib der Zeit, die durch dein Herz den Raum schafft, nach und gehe in diesen Raum hinein – schreite! Es ist wirklich ein Schreiten. Die Krone wird dir in dem Moment gegeben, in welchem du beginnst. Es ist die Krone der Menschenwürde, in der du gleichzeitig erleben kannst: Du trägst einen Schatz mit dir – nämlich dich selbst als Geschenk für die Welt. Jeder Mensch bringt ein Geschenk mit auf die Erde. Uns dieses Geschenkes bewusst zu werden, ist Teil unseres Lebensweges und unserer Bestimmung. Schreite in der Zeit. Es ist eine der heilsamsten Übungen oder Meditationen, in dieses Schreiten hineinzufinden. Wenn du wirklich aus dem I bzw. aus dem Strom der Zeit in deinem Herzen schreitest, verbindet sich der getragene Fuß immer zunächst wieder durch die Zehen mit der Erde, um dann «aus der Zukunft» kommend den ganzen Fuß auf die Erde zu stellen. Doch während du den einen hinstellst, geht der Strom bereits in den andern, der sich hebt, der sich trägt, um sich wieder zu verbinden. Aber die Füße dienen dem, was du in deinem Herzen als dein Wesen spüren kannst und was du in die Welt bringst. Werde dir dieses Geschenkes bewusst!

 

Wenn du in so ein fließendes, aber ruhiges Schreiten kommst, das sich in der Zeit trägt, in welchem Zeit als Raum da ist, kann in dir dasjenige erklingen, was Rudolf Steiner in einem Wahrspruch in Worte brachte:

              Strebe nach Frieden

              Lebe in Frieden

              Liebe den Frieden. (Rudolf Steiner, Wahrspruchworte GA 40, Der Friedenstanz)

 

 

Alle anderen Übungen findest du im Buch"Mut und Hoffnung für jeden Tag. Eurythmische Übungen gegen Angst - ein Krönungsprojekt" (Inhaltsverzeichnis hier). Ich wünsche dir viel Freude, Mut und Zuversicht mit diesen Übungen. Die Aufrichtekraft ist eine der stärksten Kräfte auf dieser Welt. Erinnere dich immer wieder daran!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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© 2020 Sivan Karnieli